
Austauschschüler der Onteora High School aus Boiceville im Staate New York waren kurz vor den Sommerferien bei den Schülern ihrer neuen Partnerschule, dem Singener Hegau-Gymnasium, zu Gast. Der Gegenbesuch, der auf einen dreiwöchigen Austausch im April durch die Elftklässler des Hegau-Gymnasium folgte, brachte den jungen Amerikanern viele neue Eindrücke über Unterschiede in den Kulturen von Deutschland und den USA.
Für die meisten der 20 Austauschschüler ist die Tatsache, dass sie deutsche Vorfahren haben, eine besondere Motivation Deutsch als erste Fremdsprache zu wählen. Zwei Drittel der jungen Amerikaner haben Verwandte in Deutschland und diese teilweise auch schon besucht. Der Aufenthalt in Singen ist der erste Besuch im Rahmen eines neu entstandenen Austausches über das German-American Partnership Programm mit dem Hegau-Gymnasium. Auch für die Lehrerin Margit Kaindl-Licher: Sie war zwar schon oft in Deutschland, aber nie in dieser Region.
"Ich finde es toll, dass wir diese Chance haben, bei dem Austausch gleich drei Länder kennenzulernen", sagt Kayla Harris, die in Büsingen bei einer Elftklässlerin untergebracht ist. Sie und ihre Schulkameraden wundern sich über den guten Ausbau des öffentlichen Personennahverkehrs. Dies gebe es bei ihnen gar nicht. "Auch Fahrrad fahren ist bei uns gar nicht üblich, denn es gibt überhaupt keine Radwege", erzählt Renee Kothe.
"Hier wird wirklich alles recycelt", hat Aija Opsis beobachtet. Ihre Schulkollegin Liz Scott, deren Oma in Hamburg lebt, war ganz überrascht, dass sie mit ihrer Gastfamilie bei einem Bauern Milch holen konnte. Die Nahrung sei hier viel natürlicher. Auch die Sauberkeit der Städte ist den Schülern positiv aufgefallen. Dan Reiter war angenehm überrascht, dass "die Deutschen so freundlich zu uns sind".
"Ich finde, dass es an der Schule viel lockerer zugeht, als bei uns", sagt Kayla Harris. Die Schüler haben die Vormittage in verschiedenen Klassen des Hegau-Gymnasiums verbracht und dabei auch einige Präsentationen über ihr Land vorgetragen. So erläuterten Dean McGee (18) und Kat McKim (17) vor der Klasse 10c die wesentlichen Grundlagen des Amerikanischen Wahlsystems zur Präsidentschaftswahl. Weitere Themen wie das amerikanische Schulsystem oder das legendäre Woodstock-Festival hatten andere Kleingruppen vorbereitet.
Auch für dieschulfreie Zeit hatten die Gastgeber ihren amerikanischen Freunden ein vielseitiges Programm zusammengestellt. Großen Spaß hatten sie beim Besuch des Europaparks. Beim Besuch des Europa-Parlaments in Straßburg konnten sie gemeinsam mit Hegau-Gymnasiasten eine Sitzung besuchen. Ausflüge nach Konstanz und Meersburg sowie eine Fahrt zum Säntis komplettierten das AusProgramm. Einzig das Wetter, dass sich größtenteils wie im April präsentierte, war ein kleiner Wermutstropfen. Dennoch haben einige der Schüler das Schwimmen im Aachbad, Rhein oder Bodensee nicht versäumt. Am 18. Juli geht es zurück nach Boiceville. Am liebsten würden die amerikanischen Schüler im nächsten Jahr wiederkommen, wie sie Dietmar Vogler, Lehrer des Hegau-Gymnasiums, verrieten.
Susanne Gehrmann-Röhm