suedkurier.de - 04.07.2005

Ein Spitzenjahrgang

70 Abiturienten verlassen das Hegau-Gymnasium - Sechs haben Traumnote 1,0

Einen großartigen Abi-Jahrgang konnte der Schulleiter des Hegau-Gymnasiums, Andreas Uhlig, am Freitag entlassen. Von den 70 Abiturienten haben 19 einen Durchschnitt mit einer Eins vor dem Komma, fünf Schülerinnen und einem Schüler gelang der Traumschnitt von 1,0.

VON SUSANNE GEHRMANN-RÖHM
Gemeinsam haben sie die Note 6: Sebastian Hausendorf, Sandra Obert, Nina Spiri, Senta Senger, Marielouise Kornmayer und Gisela Starck (von links) haben alle einen Traumschnitt von 1,0 erreicht.
Bild: sgr

Singen (sgr) Mit dem so genannten Ernst des Lebens gehe es nun erst richtig los, sagte Andreas Uhlig zu den 70 Abiturienten. Weil es sein erster Abijahrgang als Schulleiter des Hegau-Gymnasiums war, habe er durch die Schüler als neugieriger Zuhörer beim mündlichen Abitur einiges über den Entlassjahrgang erfahren. "Besonders die souveränen Auftritte bei den Präsentationsprüfungen haben mir gezeigt, dass sie die Neuerungen gut umgesetzt haben." Zahlreiche Buchpreise und Gutscheine überreichte er schließlich für herausragende Leistungen, insbesondere für Gisela Starck (mit über 800 Punkten beste Abiturientin), Marielouise Kornmayer, Senta Senger, Nina Spiri, Sandra Obert und Sebastian Hausendorf, die alle einen Schnitt von 1,0 erreicht haben.

Uhlig erinnerte mit einer kleinen Anekdote an das Leben des Nobelpreisträgers Niels Bohr und wünschte den Abiturienten, dass sie so kreativ, ergebnisoffen und praxisorientiert an Probleme herangehen, wie der Dänische Physiker es einst bei einer Prüfungsaufgabe gemacht hat, als er sechs Lösungen präsentierte. "Ich gratuliere Euch auch noch zu dem gelungenen Abistreich, der ohne Diffamierungen und persönliche Verletzungen stattgefunden hatte", so Uhlig, der sich dabei unglücklicherweise selbst verletzt hatte.

Die Elternbeiratsvorsitzende Ursula Klinkebiel-Henke erinnerte in ihrer Ansprache an einen Ausspruch von Karlheinz Böhm, der die Erde einmal als Leihgabe bezeichnet hat. Der nicht ganz so gute Umgang der Menschen mit dieser Leihgabe habe inzwischen Auswirkungen wie Naturkatastrophen. Sie appellierte deshalb: "Prüft Eure Ziele auf langfristige Auswirkungen!" Man könne nicht in die Zukunft schauen, aber den Grundstein dafür legen, sagte sie frei nach Antoine de Saint-Exupéry.

Mit ihrem Schulabschluss hätten die Schüler nun den Grundstein für die berufliche und menschliche Weiterentwicklung gelegt, sagte Amtsverweser Bernd Häusler im Namen der Stadt Singen. "Euer Jahrgang macht der Schule alle Ehre." In Bezug auf die räumliche Enge in der Schule sagte er: "Ich hoffe, dass die leidige Diskussion um Engen bald beendet ist."

Senta Senger und Sebastian Hausendorf ließen die Schulzeit mit einer wohlwollenden, aber auch kritischen Dankesrede Revue passieren. Kritische Töne gab es zu den neuen Lernmethoden: "Bei den Nach-Pisa-Methoden ist einiges schiefer als der gleichnamige schiefe Turm", bemerkte Sebastian Hausendorf. Besonders bedankten sich die Abiturienten bei ihren Eltern sowie den Oberstufenberaterinnen Gabriele Haunz und Gabriele Freienstein. Für ihr besonderes soziales Engagement überreichte Schülersprecherin Lara Schmalohr von der SMV Preise an Nina Spiri, Elena Frank, Meike Wiemann, Ellen Knoblauch, Valerie Christine Letulé und Jessica Bühler. Mit einem Programm aus Gesang, Musik, Theater-Sketch und Tanzeinlagen wurde die Feier von den Schülern gestaltet.