Südkurier, 2. Februar 2007

MathepreisträgerAuf die Beweisführung kommt's an

Info zum Bild: Stolze Preisträger beim Landeswettbewerb Mathematik: Die Zehntklässler des Hegau-Gymnasiums Pavandeep Singh und Phuong Thi (von links) holten sich beide einen ersten Preis.
Bild: Rossner

Die Matheaufgabe ist ganz kurz: n³-n lautet sie und rauszufinden ist die Zahl für n, sodass sich das Ergebnis durch zwei verschiedenen Primzahlen teilen lässt. Genau zwei, nicht mehr und nicht weniger. Die Lösung fanden die Schüler Pavandeep Singh und Phuong Thi der Klasse 10c des Hegau-Gymnasiums - es sind die Zahlen zwei und drei. Beide gewannen einen ersten Preis beim Landeswettbewerb Mathematik.

"Das rauszufinden war weniger schwer", sagt Phuong Thi, "aber für die Beweisführung habe ich über eine Woche gebraucht." Schon beim Landeswettbewerb im vergangenem Jahr wollte er teilnehmen, hatte die Lösung der Aufgaben aber zu spät in Angriff genommen. Pavandeep Singh war dabei und bekam einen zweiten Preis. Auch er sagt: "Man muss sich Zeit nehmen für die Aufgaben." Der Erfolg hatte ihn motiviert, er sah in dieser Beteiligung die letzte Chance, als Schüler der Mittelstufe sich auch einen ersten Preis zu holen. Das hat jetzt für beide Schüler geklappt, in ihrer Altersstufe mussten sie vier von sechs Aufgaben in vier Wochen lösen. Unabhängig von einander führten sie die Beweise und erhielten die gleiche Punktzahl.

Die Blätter für den Wettbewerb hatte Mathe-Lehrer Klaus Ehingen ausgegeben, alles weitere erledigten die Zehnklässler ganz selbstständig und waren die einzigen in der Klasse, die sich auf diesen Wettbewerb einließen. Die erste Aufgabe löste Phuong Thi schon gleich in der Fünf-Minuten-Pause, bis er dann merkte, dass die für jüngere Teilnehmer bestimmt war. "Dann wurde es schwer", stellte er fest. Man müsse Schritt für Schritt vorgehen und überlegen. An einem Tag könne man das nicht lösen. Pavandeep Singh bekam bei Durchsicht der Aufgaben einen Schreck: "Zwei davon hatten es in sich", erzählt er. Pavandeep weiß, dass die Wettbewerbsleiter bis ins kleinste Detail die Beweisführung kontrollieren.

Beide Schüler haben sich ins Zeug gelegt. Ihre Ausarbeitungen der Aufgaben füllten beidseitig beschreiben neun und zehn Din-A-4 Blätter. Allein der Beweis für die Aufgabe n³-n dauerte bei beiden über eine Woche und füllte allein schon gut drei Seiten. Beide sind sich einig, dass es diese Aufgabe besonders in sich hatte: "Es ist die kürzeste gewesen, sie war aber in der Beweisführung die längste." Und auch darin stimmen sie überein: "Man muss richtig motiviert sein und sich die Zeit nehmen." Bei Phuong Thi ist es damit richtig knapp geworden. Um seine Ausarbeitung pünktlich einreichen zu können, habe er sogar bis nachts ein Uhr daran gesessen.

Christel Rossner