Südkurier, 16.12.2005

Gospelkonzert im Hegau-GymnasiumDieser Schwung erfasst alle

Beim Gospelabend mit Freddy Washington im Hegau-Gymnasium springt der Funke über

Der erste Beifall gilt den rund 200 Schülerinnen und Schülern, die dicht die Bühne füllen und dann kommt er: Freddy Washington, der mit begeistertem Applaus von Publikum und Schülern nochmals herzlich begrüßt wird. Der Chorleiter hat seine Philadelphia Singers in die Aula des Hegau-Gymnasiums mitgebracht, um am Mittwochabend gemeinsam ein Gospelkonzert mit den Schülern aufzuführen.

Die haben das Energiebündel Freddy Washington in sechs Proben kennen gelernt und wissen, was dieser Abend verspricht: Der Schwung erfasst alle, schon beim ersten Lied der Philadelphia Singers klatschen Schüler und Gäste rhythmisch mit. Freddy Washington ist auch am Flügel immer in Bewegung, die Hände auf den Tasten, scheint der ganze Körper im Rhythmus mitzuschwingen und mitsingen tut er auch noch. "Wer sprechen kann, kann auch singen", ist seine Überzeugung. Mit seinem Chor tourt der US-Chorleiter und Prediger für zwei Monate im Jahr durch Deutschland und die Schweiz, macht Station auch in Schulen, um mit Schülern ein Gospelkonzert einzustudieren.

Die zehn schwarzen Musiker und Singers machen es stimmgewaltig vor, jede und jeder von ihnen hat einen Solopart. Das Publikum und die Schüler sind angetan, die Fröhlichkeit, aber auch die Seele des Spirituals scheint lebendig zu werden und die Gemüter zu erreichen. Dann haben sie ihren Auftritt: Die Schüler sind begeistert von Freddy Washington, mit strahlenden Gesichtern den Blick mit Hingabe auf ihn gerichtet, klatschen und wippen sie zu ihren Vorträgen wie ein lebendiges Bühnenbild. Auch die Gäste sind aufgefordert mitzusingen. Doch nicht alle Gospels sind Ohrwürmer, der Chor der Zuhörer fällt eher dürftig aus. Aber Freddy Washington hört genau den richtigen Ton und holt spontan einen Sänger aus dem Publikum auf die Bühne. Den Solisten des Schülerchors ist die Nervosität anzumerken, aber sie scheint verflogen, sobald sie neben dem mitreißenden Chorleiter ins Mikrofon singen. Dann setzt sich zur Begleitung auch noch Freddy Junior an den Flügel - und das zur Entzückung zahlreicher Schülerinnen. "Der sieht echt gut aus", ist Agatha Pfeiffer in der Pause ganz hingerissen, sie hat ihn schon ein Mal bei den Proben gesehen. Aber ganz hin und weg ist sie von Vater Freddy: "Das ist ein süßer, kleiner, dicker Bär." Schon die Proben waren für sie ein Erlebnis. Beim Konzert ist sie voll im Gospelfieber und kann es kaum erwarten, dass es weitergeht.