In solch einem alten Gemäuer wohnt
natürlich auch ein Schulgeist", kündigte Schulleiter Andreas
Uhlig
einen ganz besonderen Gast an, nachdem er die neuen Schüler mit
ihren
Eltern und Geschwistern in der Aula zur Einschulungsfeier
begrüßt
hatte. Klar, dass da die Aula erbebte, als 153 neugierige
Fünftklässler
klatschten, trampelten und schrien, um den Geist des Hegau-Gymnasiums
aus dem Jahrhundertschlaf zu wecken. Gähnend und sich reckend
betrat
dieser schließlich die Bühne. Da selbst er die Enge im
Gymnasium immer
mehr zu spüren bekommt und bald kein ruhiges Plätzchen mehr
finden
kann, hatte er den neuen Fünftklässlern etwas mitgebracht. Je
einer
Schülerin oder einem Schüler der fünf neuen Klassen
überreichte er
einen Zollstock, Arbeitshandschuhe, einen Spachtel, einen Hammer und
den ersten Stein für den Anbau, in der Hoffnung, dass es bald eine
Baustelle am Hegau-Gymnasium geben möge.
Doch auch Gummibärchen hatte der nette Geist dabei, um den Schülern den ersten Schultag ein wenig zu versüßen, als er bei der Einteilung der neuen Klassen half und die Kinder persönlich begrüßte. Nur eines hatte der gute Geist des Hauses vergessen, seinen Namen. Da man dies einem 104-Jährigen nicht verdenken kann, sind nun die Sextaner aufgefordert, dem alten Herrn einen neuen Namen zu geben. Bald wird der beste Vorschlag prämiert!
Den Eltern stellte der Schulleiter Uhlig den ersten Schritt eines neuen Konzepts vor: Um den Kindern einen "sanften Übergang" von der Grundschule zum Gymnasium gerade in Zeiten von G8 zu ermöglichen, sind die Klassen 5 und 6 ab diesem Schuljahr im Tittisbühl untergebracht. Damit haben die Jüngsten ein eigenes Schulgebäude, das relativ große Klassenzimmer hat, sodass neue Unterrichtsformen und Elemente der Freiarbeit leichter umgesetzt werden können. Mit Hilfe des Fördervereins wird ab Oktober auch eine Hausaufgabenbetreuung eingerichtet.
Darüber hinaus soll ein reger Austausch von Unterrichts- und Lernformen der Grundschule und des Gymnasiums stattfinden, damit die Schüler sich in der neuen Schule schnell zurecht finden und die neuen Anforderungen meistern können.
Umrahmt wurde die fröhliche Feier von Schülern der 6. Klassen, die den Sextanern mit einem englischen und einem französischen Theaterstück, einem Gedicht und lustigen Liedern ein herzliches Willkommen bereiteten.
Während die Schüler ihre neuen Klassenlehrer und Klassenzimmer kennen lernten, lud der Förderverein des Hegau-Gymnasiums die Eltern zu einem kleinen Umtrunk ein. Am Samstag findet auf dem Hohentwiel wieder das traditionelle Sextanerfest statt, das den Schülern, Eltern und Lehrern neben Quiz und Theater viele Möglichkeiten bietet, sich besser kennen zu lernen.