Es ist ein bisschen wie die Oscar-Preisverleihung von Singen. Der Verein Kulturförderkreis Singen-Hegau hat für seine drei Kulturförderpreise und zwei Anerkennungspreise 6500 Euro ausgeschüttet. Wie es sich gehört, sagten alle Geehrten in der Stadthalle „Danke“.
Singen – Auch das ist eine Nachricht bei einer Preisverleihung dieser Tage: Alle Geehrten nahmen den Preis des Kulturförderkreis Singen-Hegau in der Stadthalle aus der Hand der Vorsitzenden Ursula Graf-Boos und ihres Stellvertreters Werner Kneer an.
Vorstand und Stiftungsrat des Kulturförderkreises Singen-Hegau bedachten das Orchester des Hegau-Gymasiums, die junge Schauspielerin Maja Lehrer und den Sänger Maximilian Krummen mit einem Kulturförderpreis. Der Förderpreis ist dotiert mit jeweils 1500 Euro. Oberbürgermeister Oliver Ehret hielt unter dem Beifall der Gäste in der Stadthalle fest: „Oft steht der Förderpreis am Anfang einer viel versprechenden Karriere.“ Einen Anerkennungspreis in Höhe von 1000 bekamen Autor Gerd Zahner und Schauspieler Oliver Stein zusammen für das Stück und die Aufführung „Orte: Gütterli“ sowie die Freunde der Aach-Höhle für ihre Forschungsarbeit.
Gabriele Haunz, Musiklehrerin am Hegau-Gymnasium Singen und dort Leiterin des Orchesters, hob in ihrer Dankesrede die Leistung der Eltern heraus. Damit ein Schüler überhaupt erst in einem Schulorchester musizieren könne, müsse er ein Instrument spielen können. „Mein Dank gilt auch den Eltern der Kinder, die den Instrumentalunterricht finanzieren.“ Die Investition zahlt sich aus. Das Schulorchester spielte dieses Jahr in Berlin vor Bundeskanzlerin Angela Merkel, nun ist eine Konzertreise nach China mit Auftritten in Shanghai geplant.
Das Orchester des Hegau-Gymnasiums und Sänger Maximilian Krummen bestritten als Preisträger den musikalischen Part des Abends. Krummen, der aus Radolfzell stammt und von Melinda Liebermann in Singen geschult worden ist, sang den „Vogelfänger“ aus Mozarts Zauberflöte. Der 19-Jährige zeigte sich beflügelt bei der Preisverleihung: „Ich möchte mich für den wundervollen Preis bedanken, ich fand die Laudatio einfach phantastisch.“ Für die phantastische Lobrede war in seinem Fall Angelika Berner-Assfalg zuständig.
Der Dank auf Lobredner Andreas Kämpf gehörte für das Schauspieltalent Maja Lehrer aus Singen genau so zum Repertoire: „Ich möchte mich unbedingt bedanken.“ Das tat sie nicht nur bei Kämpf oder dem Kulturförderkreis. Sie dankte „ganz besonders“ Regisseurin Nete Mann. Sie forderte und förderte Maja Lehrer bei Theaterprojekten in der Gems.
Damit schloss Maja Lehrer einen Kreis an diesem Abend. Denn Nete Mann stand ebenfalls am Rednerpult. Aber sie dankte nicht in eigener Sache, sie dankte für den Anerkennungspreis im Namen ihres Ehemannes Oliver Stein. Stein als Schauspieler und Gerd Zahner als Autor thematisierten in dem Stück und der Aufführung „Orte: Gütterli“ Zwangsarbeit und Kriegsgefangenschaft in Singen. Oliver Stein konnte den Preis nicht persönlich annehmen, weil er in Bern auf der Bühne stand. Nete Mann las aus seinem Brief vor: „Es freut mich wie ein Schneekönig, diesen Preis zu erhalten.“ Autor Gerd Zahner fand es wahnsinnig nett, in seiner Heimatstadt „diesen Preis von der Arbeiterstadt zu bekommen“.