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| "Schule aus, wir gehn nach Haus"? Wenn
das achtjährige Gymnasium kommt, müssen Schüler
länger in der Schule bleiben. Bild/Archiv: sgr |
Singen - Seit geraumer Zeit macht sich das Kollegium des
Hegau-Gymnasiums Gedanken, welche Schwerpunkte sie in ihrem Schulprofil
setzen können, um die Schule unverwechselbar zu machen. Neben dem
Schwerpunkt "Bilinguales Französisch", die Schule ist deshalb seit
Jahren Partnerschule für Europa, sollen pädagogische
Schwerpunkte in der Persönlichkeitsbildung gesetzt werden. Dazu
gehöre nicht nur das Miteinander einschließlich
Teamfähigkeit, sondern auch Kreativitätsentfaltung,
Umgangsformen und die Übernahme von Verantwortung. Außerdem
sollen die fachlichen Kompetenzen und Arbeitstechniken gestärkt
werden, erläuterte Studiendirektor Michael Vollmer.
Mit der Einführung des achtjährigen Gymnasiums wird
die Schule in Zukunft mehr Lebensraum einnehmen. In den Klassen 5 bis
10 haben die Schüler insgesamt 206 Wochenstunden zu absolvieren.
Diese werden mit den sogenannten Kontingentstunden und Poolstunden auf
die einzelnen Jahrgangsstufen verteilt. Im Klartext heißt das,
dass die Schüler wegen einer höheren Wochenstundenzahl in
Zukunft schon ab der sechsten Klasse an manchen Tagen nachmittags
Unterricht haben werden. Die Zahl der Wochenstunden erhöht sich
zwischen der fünften und zehnten Klasse von 30 auf 38 bei Englisch
als erster Fremdsprache und von 31 auf 39 Wochenstunden bei
Französisch-Bilingual als erster Fremdsprache.
Die Poolstunden liegen dabei in der Eigenverantwortung der
Schule. Hier hat das fächerübergreifende Arbeiten in der
sechsten Klasse schon jetzt eine feste Verankerung im Schulprofil.
Außerdem ist eine zusätzliche feste Klassenlehrerstunde in
der fünften Klasse festgelegt worden. "Jetzt können wir
endlich die Lernmethodik und Arbeitstechniken in den Vordergrund
stellen," sagte Beratungslehrer Ernst Schmalenberger. Im
fächerübergreifenden Unterricht lernen die Schüler in
Zukunft schon in der sechsten Klasse die Grundlagen der einfachen
Recherche in Nachschlagewerken und im Internet.
Als dritte Säule neben der Persönlichkeitsbildung
und der Stärkung der fachlichen Kompetenzen sollte auch das
Qualitätsmanagement eine Verankerung im Schulprofil finden, schlug
der Elternbeiratsvorsitzende Rainer Behn vor. "So etwas sollte mit
einer neuen Schulleitung, die zum Schuljahrsbeginn 2004/05 antritt,
rechtzeitig besprochen werden", so Behn. Auch die Stärkung der
Erziehungspartnerschaft sowie die Schule als Lebensraum sollten mit
aufgenommen werden, resümierte Michael Vollmer nach
zweistündiger Diskussion.
Dass die Schule für zukünftige Schüler im
achtjährigen Gymnasium stressiger wird, sahen auch Vertreter der
Schülermitverantwortung (SMV). "Bei 39 Wochenstunden in der
zehnten Klasse wird es sicher stressig", so Frederik Laub,
Schülersprecher aus der elften Jahrgangsstufe. Fraglich sei es
dann, ob Schüler in der achten/neunten Klasse zukünftig noch
anderen Hobbies wie Sport oder Musik nachgehen können, sagte
Elternbeiratsvertreter Bernd Klein.
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