Die Verlegung von "Stolpersteinen" ist für Juli 2010 geplant

Der Elternbeirat des Hegau-Gymansium übernimmt die

Patenschaft zweier Stolpersteine


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Mahnmale auf Schritt und Tritt. Die Opfer der Nazidiktatur sollen auch in Singen nie vergessen werden. Wir stehen an der Grundsteinlegung unserer Initiative für Singen", freute sich Hans-Peter Storz bei der zweiten Zusammenkunft der Initiative über die Zustimmung des Gemeinderates zu dem Projekt Stolpersteine.

"Stolpersteine" ist ein Kunstprojekt von Gunter Demnig aus Köln. Wobei der Künstler das Wort "stolpern" als gedanklichen Anstoß sieht. Er möchte an die Opfer der NS-Zeit erinnern, indem er vor ihrem letzten selbst gewählten Wohnort Gedenktafeln aus Messing auf dem Gehweg ebenerdig einlässt. Die eingravierten Namen und Lebensdaten sollen die Erinnerung an die Menschen lebendig halten, die einst dort wohnten. 18 000 "Stolpersteine" wurden bisher in 438 Orten Deutschlands verlegt. Einen positiven Beschluss des Gemeinderates hatte sich auch Bürgermeister Bernd Häusler erhofft. In Konstanz engagiert sich seit 2005 die Initiative "Stolpersteine für Konstanz". Bisher hat die Singener Initiative 127 Namen zusammengetragen, die als Opfer in Frage kommen. Dabei sollen bei der ersten Verlegung NS-Verfolgte aller Opfergruppen berücksichtigt werden. Über Erfahrungen der Konstanzer Initiative berichtete Hendrik Riemer und erzählte über die Vorgehensweise. Im Stadtarchiv wurde dort als erstes recherchiert, KZ-Archivlisten wurden durchgegangen, beim Internationalen Suchdienst angefragt oder beim Amt für Entschädigungshilfe. Es kamen auch Hinweise aus der Bevölkerung. Aus der anfänglichen Gruppe der fünf Initiatoren sind heute 35 Leute geworden, die sich monatlich treffen. Auch aus dem Kreis der interessierten Besucher kamen bei dem Treffen der Initiative in Singen viele Vorschläge zur Umsetzung des Projektes. Roswitha und Fritz Besnecker als Mitglieder der Geschichtswerkstatt teilten mit, dass man auch dort schon eine Namensliste zusammengestellt habe. Die Aufgabe, vier Opfer zu recherchieren und eine Patenschaft für zwei Steine übernahm Kirsten Brößke für den Elternbeirat des Hegau-Gymnasiums. Unterstützung bei der Recherche gibt es im Stadtarchiv, wo schon Forschungsunterlagen für zahlreiche Opfer vorliegen. Um die Umsetzung 2010 in die Wege zu leiten, ist ein erster Gesprächskreis für alle Interessierten angesetzt. Wichtig ist der Initiative die Einbindung junger Menschen. Heinz Kapp: "Es leben nur noch wenige Zeitzeugen. So lange noch die Chance besteht, sollten wir sie nutzen.

Quellennachweis Südkurier