Begabungspotenzial der Arbeiterkinder nicht ausgeschöpft
Unter obiger Überschrift berichtete am 4. November die Stuttgarter
Zeitung, dass die soziale Herkunft in Baden-Württemberg "so
entscheidend für eine gute Bildung wie in kaum einem anderen
Bundesland" sei. Gleichzeitig glänzt Baden-Württemberg mit
einem Leistungsniveau, was internationale Vergleiche nicht zu scheuen
braucht. In dem Artikel erfährt man, dass ein
Facharbeiterkind eine viermal schlechtere Chance habe, das Gymnasium zu
besuchen, als ein Akademikerkind. Ein schwacher Trost: Noch schlechter
seien die Aussichten für Arbeiterkinder nur in Bayern,
Sachsen-Anhalt und Rheinland-Pfalz.
Den ganzen Artikel finden Sie unter
Begabungspotential
der Arbeiterkinder nicht ausgeschöpft
Interessantes über die Übergangsquoten zwischen den Schulen
findet sich auch im Statistischen Monatsheft Baden-Württemberg
2/2005:
Trotz G8 bleibt das Gymnasium „erste Wahl“
Die größte
Schwankungsbreite von 30 Prozentpunkten
findet sich bei den
Übergangsquoten
auf Gymnasien: Auf den vorderen
Plätzen mit
den höchsten gymnasialen
Übergangsquoten
liegen Stadtkreise mit einem hohen
Anteil akademisch
ausgebildeter und/oder wohlhabender
Einwohner und/oder einem hohen Anteil
von Beschäftigten im
öffentlichen Dienst:
| Heidelberg |
55,6 %, |
| Freiburg im Breisgau |
51,0 %, |
| Baden-Baden |
49,3 %, |
| Karlsruhe |
48,0 % |
| und der Landkreis Tübingen |
48,2 % |
mit der dominierenden
Universitätsstadt Tübingen,
in der vier Zehntel der
Kreisbevölkerung
leben. Entsprechung niedrig sind die
Quoten jener Landkreise ohne obige
Attribute,
und vor allem dann, wenn sie
vergleichsweise
dünn besiedelt oder als
„topografisch schwierig“
gelten oder wenn Eltern der
Grundschulempfehlung
nicht folgen wollen oder nicht
können:
| Tuttlingen |
25,6 %, |
| Waldshut |
26,1 %, |
| Alb-Donau-Kreis |
29,7 %, |
| Schwarzwald-Baar-Kreis |
30,0 %, |
| Biberach |
30,3 %, |
| Main-Tauber-Kreis |
30,3 %. |