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Bild links: Tristan (Benjamin Ricourt) muss dank seiner Trittleiter nicht zu seiner Angebeteten Isolde (Jasmin Weiß) aufschauen. Bild: sgr |
Was, hier sollen wir Theater spielen?" - Mit dieser doppeldeutig berechtigten Frage betritt der Signore Dottore Goldoni die Bühne, um mit seiner Commedia del' arte-Truppe hier aufzutreten. Diese Bühne ohne Vorhang wird aber nicht das einzige Problem bleiben, das Goldoni's Ensemble in der südbadischen Kleinstadt hat. Als ein Wanderer als Abgesandter des örtlichen Wagner-Vereins auftritt, muss die Gruppe plötzlich umdisponieren. Ein genervter Bürgermeister namens A. Renner, in der Tat gespielt von Alpha Renner, schiebt ihr Richard Wagners Tragödie "Tristan und Isolde" unter. Damit nimmt die Komödie ihren Lauf und die Theatergruppe des Hegau-Gymnasiums kann ihr komödiantisches Können zeigen.
Seit Februar probt die Theatergruppe unter der Leitung von Deutschlehrerin Pia Lux an dem Stück "Don Tristano und Donna Isotta" von Herbert Rosendorfer. Rund zwei Dutzend Schülerinnen und Schüler aus den Klassen 6 bis 10 und weitere Helfer aus Elternschaft und Schule waren beteiligt, als der klassische Stoff am vergangenen Freitag in der nahezu ausverkauften Aula Premiere hatte. Im Vorfeld hatten die Helfer, schon zu Wochenbeginn, eine besondere Leistung zu erbringen. Eine venezianische Gondel musste in Originalgröße durch das Treppenhaus in die Aula geschafft werden - eine logistische Meisterleistung bei mehreren Metern Länge. Die Gondel war der Theatergruppe vom Opernhaus Zürich zur Verfügung gestellt worden.
Bis Don Tristano in dem von der Tragödie zur Komödie umgebauten Stück schließlich zu seiner Donna Isotta kommt, bedarf es einiger Ereignisse. Und wenn schon der Liebestrank - untermalt von Donizettis "Elisier d'Amore" - nicht hilft, müssen eben die Zofe Smeraldina und der Diener Truffaldino die Kunst der Verführung auf der Bühne vorleben. Ein besonders schöner "Running Gag" kommt immer wieder dann zum Tragen, wenn der junge Tristano (gespielt von Benjamin Ricourt) mit seiner goldenen Trittleiter auf die Bühne kommt, damit er seiner um einiges größer gewachsenen Angebeteten Isotta (gespielt von Jasmin Weiß) nicht nur die Stirn bieten kann, sondern sogar über ihr steht. Mit Gotthold Ephraim Lessing wird schließlich auch noch ein zunächst geheimer Stargast in die Handlung eingebaut. Im Publikum beobachten einige Fans des Wagnervereins aufmerksam das Geschehen und applaudieren an den entsprechenden Stellen.
An diesem Freitag und Samstag, 19. und 20. November zeigt die Theatergruppe das Stück noch zwei Mal, jeweils um 19 Uhr in der Aula des Hegau-Gymnasiums. Karten zu fünf Euro für Erwachsene und 2,50 Euro für Ermäßigte gibt es in allen Singener Buchhandlungen und in der großen Pause zwischen 10.20 Uhr und 10.40 Uhr in der Schule.
Hannah Firle, Valerie Sargk, Alpha Renner, Katrin Parotat, Nora Palmer, Stephanie Schiele, Jasmin Weiß, Marlene Fritsche, Benjamin Ricourt, Laura Wilmeroth, Carl Firle, Timo Thiel, Hannah Biermaier, Annick Sargk, Laura Biermaier, Invana Cindric, Anne Knipper, Katja Hogg; Bühnenarbeiter: Yuen Wah Choi, André Brier, Cindy Gruse, Steffen Wortmann; Inszenierung, Bühnenbild und Kostüme: Pia Lux; Realisierung Bühnenbild: Herbert Stehle; Kostüme: Brigitte Weiß; Maske: Sylvia Palmer; Ton und Video: Kerstin Schuldt; Regieassistenz: Carl Firle, Timo Thiel und Hannah Biermaier; weitere Helfer: Markus Keller und Marietta Schons (sgr)