Singen - Um 11 Uhr hatte Schulleiter Andreas Uhlig Vertreter des Gemeinderats und Singens OB Oliver Ehret zum Unterricht einbestellt. Das Hegau rückte mit seinem Kompetenzteam aus dem Kollegium an: Dietmar Vogler für den Stundenplan, Pia Lux von der Theater AG, Bettina Böhler für Schule und Wirtschaft, Kerstin Schuldt macht Öffentlichkeitsarbeit. Unterstützung bekamen sie von den Schülersprechern Lara Schmalohr und David Gilli sowie den Redakteuren von der Schülerzeitung Cuprex.
Das Thema der Stunde lautete: Wie beengt ist der
Alltag im
Hegau-Gymnasium? Die Frage war sehr schnell beantwortet - sehr eng.
Damit er die Schiefertafel im Zimmer 220 einklappen und den
Tageslichtprojektor ausklappen konnte, mussten die
Unterrichtsgäste den
Kopf einziehen. Oder aufstehen. Und das von einem Stühlchen, das
für
Grundschüler geeignet sein mag. Aber ausgewachsene Schüler
sind größer.
Schülerzeitungsredakteur Christoph Püthe diente mit seinen
1,90 Meter
Länge als Anschauungsmaterial. "Damit sie ein Sitzgefühl
bekommen", lud
Uhlig die Politiker zum Platznehmen ein.
Obwohl die Versetzung
aufgrund der schulischen Leistungen nie gefährdet war, ist das
Hegau in
der Schulbürokratie sitzen geblieben. Statt den
fünfzügigen Ausbau zu
genehmigen, verweist das Kultusministerium auf das vielleicht im
nächsten Jahr doch noch zu genehmigende Gymnasium in Engen. Bei
der
Zuteilung von Zuschüssen im so genannten Windhundverfahren
für den
Ausbau zum Ganztagesbetrieb lief das Hegau-Gymnasium als Pudel ins
Ziel. Begossen, aber ohne Zuschüsse. Das heißt: Es gibt
für 42 Klassen
nur 33 Klassenzimmer, es gibt keinen Aufenthalts- und Arbeitsraum
für
die Schüler. "Wenn sie im Winter Hausaufgaben machen, liegen sie
auf
dem Flur im eigenen Matsch, den sie vorher reingetragen haben",
schilderte Uhlig die Zustände. Stadträtin Regina Brütsch
bilanzierte:
"Das Hegau-Gymnasium hat einen Ganztagesunterricht, aber ist keine
Ganztagesschule." Dietmar Johann ärgerte die
Fristverlängerung für
Engen durch das Kultusministerium: "Es kann nicht sein, dass uns das
komische Versprechen blockiert."
Die Blockade will OB Ehret bei einem Gespräch mit Kultusminister Helmut Rau am 30. November aufheben. "Das sind unerträgliche Zustände", stellte Ehret fest. Das Hegau-Gymnasium fordere mit Fug und Recht den Ausbau. Der OB kündigte an: "Es wird an dieser Schule etwas passieren, das kann ich versprechen." Wenn es nach Stadtrat Peter Hänssler geht, muss es der Baubeginn sein: "Spätestens im Sommer 2006."
Bilder vom Aktionstag für den Ausbau des Hegau-Gymnasiums
stehen im Internet unter www.suedkurier.de