Erhöhung
der Stundendeputate für Lehrer an Gymnasien und beruflichen Schulen
Zum Schuljahresbeginn 2003/04 müssen auch die Lehrer am Hegaugymnasium 1 Unterrichtsstunde mehr pro Woche unterrichten. Zudem wurde die Arbeitszeitverkürzung für Lehrer über 55 Jahre um 1 Std. pro Woche zurückgenommen. Das Weihnachtsgeld und das Urlaubsgeld wurden vorläufig gestrichen.
Die Lehrer haben den Elternvertretern die Folgen und Konsequenzen dieser Verordnung näher erläutert:
Nicht diese eine Unterrichtsstunde mehr ist
der Grund, in einer deutlichen Weise gegen das Vorgehen des Kultusministeriums
zu protestieren:
Es ist vielmehr die Summe an
kontinuierlichen Verschlechterungen der Arbeitsbedingungen, wie sie stufenweise
in den letzten Jahren stattfand.
Die schulischen Rahmenbedingungen haben
sich verschlechtert:
Mehr Schüler in mehr Klassen müssen in
unzureichend großen Räumen unterrichtet werden.
Der Klassenteiler 33 wurde im Erlass Anfang
2002 erneut fixiert und die Umsetzung ist Pflicht. Der Unterricht in den
Klassen ist unter diesen schlechten Rahmenbedingungen deutlich anstrengender
für Lehrer und Schüler
Die personellen Voraussetzungen haben sich
verschlechtert:
Es gibt keine Springer im Krankheitsfall.
Durch Krankheit, Fortbildung, Studienfahrten etc. entstehende Unterrichtsausfälle
müssen mit dem eigenen Kollegium aufgefangen werden.
Die Krankheitsausfälle bei dem relativ
hohen Durchschnittsalter der Lehrerschaft sind höher.
Die aktuelle Ausweitung der Arbeitszeit
verhindert die Neueinstellung von jungen Kollegen.
Burn-out-Syndrome häufen sich.
Die Aufgabenstruktur der Lehrer hat sich
verdichtet:
Zusätzlich zum Unterricht, den
Elternabenden und den üblichen unterrichtsorganisatorischen Tätigkeiten in den
Fachschaften muss das G8 vorbereitet werden. Die Ausführung der einzelnen
verwaltungstechnischen Erlässe des Kultusministeriums lassen keine
Verzögerungen zu. Die effektive Wochenstundenzahl der Lehrer unter
Berücksichtigung aller anfallenden Tätigkeiten liegt um 50 Std. pro Woche im
Durchschnitt, dabei sind nach Angaben der Lehrer nur 30 Tage Urlaub
berücksichtigt.
Als Konsequenz wurden bereits in den letzten Jahren schon Ergänzungsunterrichtseinheiten gestrichen. Die Schüler klagen über viele in Realität ausgefallene Unterrichtsstunden (fachfremde Vertretung oder Beaufsichtigung ist kein Ersatz!). Lehrer klagen über körperliche und psychische Folgen des erhöhten Arbeitsdruckes.
Die Lehrer haben in der Gesamtlehrerkonferenz im Mai beschlossen, dem durch die Deputatserhöhung weiter gesteigerten Arbeitdruck mit „Konzentration auf die Kernarbeit“ zu begegnen. Einzelne ausserunterrichtliche Aktivitäten, die besonders zeit- und personalintensiv sind, wurden gestrichen: Studienfahrten in Klasse 11/12, Landschulheim Klasse 7.
Die Elternvertreter haben beschlossen, in einem Arbeitskreis die Situation genauer zu analysieren und nach Möglichkeiten zu suchen, wie die Lehrer in ihrer Forderung nach Verbesserung der Arbeitsbedingungen und damit Verbesserung der Unterrichtsqualität unterstützt werden können.
Wir freuen uns über Stellungnahmen und Meinungsbildern aus der Elternschaft!