Südkurier vom 16.11.2005
Wer mit wem
VON GEORG BECKER
Für die Singener Kommunalpolitik wäre es gut, wenn sie sich
auf das
eigentlich drängende Problem in der Stadt konzentrieren
würde. Das ist
die Zukunft des Hegau-Gymnasiums und nicht unbedingt die Inthronisation
eines neuen Bürgermeisters. Die Engener machen stetig Werbung
für ihr
Gymnasium, was ihr gutes Recht ist. Doch die Signale aus dem
Kultusministerium in Stuttgart machen deutlich, dass es weiterhin das
Rennen beider Städte um den Ausbau des Hegau-Gymnasiums in Singen
oder
den Neubau des Gymnasiums in Engen gibt. Weil Kultusminister Helmut Rau
die Fraktionsvorsitzenden des Engener Gemeinderats zu einem
Gespräch
ausgeladen haben soll, will er nun offensichtlich am 30. November auch
nur eine kleine Singener Delegation empfangen. Ohne Abordnung der
Parteien. Zumindest wird jede Stadt-Partei einen Schulleiter bei ihren
Kultusministergesprächen haben wollen. Singens OB Oliver Ehret
dürfte
den Schulleiter des Hegau-Gymnasiums Andreas Uhlig mitnehmen. Engens
Bürgermeister Johannes Moser vielleicht den Schulleiter des
Singener
Friedrich-Wöhler-Gymnasiums Dieter Forster. Er ist ein engagierter
Verfechter des Engener Gymnasiums. Das nehmen ihm einige Singener
Stadträte krumm. Hinter den Kulissen wird heftig gemurrt. Forsters
Engagement scheint auf nächstes Jahr begrenzt. Denn das
Kultusministerium hat die Stelle des Schulleiters am
Friedrich-Wöhler-Gymnasium bereits ausgeschrieben. Arbeitsbeginn
laut
Amtsblatt ist der 3. August 2006. Als Pate mit einflussreichem Amt in
Singen kann Forster dann nicht mehr in Engen dienen.