Südkurier, 19.12.2005
Singener nach Engen?
Schulstreit: OB warnt
Singen (sk) Der Singener Oberbürgermeister betont in einer
Pressemitteilung, er wolle sich nicht gegen das Engagement Engener
Bürger, für ein Gymnasium in ihrer Stadt zu kämpfen,
wenden. Ehret verlangt aber mehr Seriosität in der Argumentation
für den Engener Standort. Dessen Befürworter hätten in
den vergangenen Wochen so manches Argument vorgebracht, das der genauen
Prüfung nicht Stand halten würde.
So werde ein neues Engener Gymnasium immer als ein Haus mit kleinen
Schulklassen dargestellt, das sich vorteilhaft gegenüber der
Situation an den Singener Schulen abhebe. Hier müsse deutlich
gemacht werden, dass der Klassenteiler von 33 Schüler für
alle Gymnasien gelte, also auch für ein mögliches Gymnasium
in Engen. Die in den Raum gestellte Vision handhabbarer - weil
kleinerer - Gruppen in Engen sei daher absolut unzutreffend.
Sollte ein Gymnasium in Engen eingerichtet werden, werde für
Singen die Neunzügigkeit notwendigerweise festgeschrieben. Dies
bedeute, dass durch einen Schüleraustausch gleich große
Gruppen in vollen Klassen sowohl in Singen als auch in Engen
eingerichtet werden müssten.
Es müsse deutlich gemacht werden, dass dies für
Neuanmeldungen für die Gymnasien bedeuten könne, dass
Singener Schüler keine Gewähr hätten, sicher an ein
Singener Gymnasium zu kommen, so Oberbürgermeister Oliver Ehret.
"Für mich wäre es ein untragbarer Zustand, im Extremfall
Singener Kinder nach Engen zu schicken".
Für Ehret ist es absolut unverständlich, dass von Engener
Seite im selben Atemzug, mit dem die Unzumutbarkeit für Engener
Schüler, nach Singen zu fahren, beklagt werde, Singener
Schüler als Transfermasse, die dann nach Engen zu fahren habe,
einkalkuliert werden.
"Da ist die Argumentationskette nicht auf Ausgleich, sondern klar zu
Lasten Singens und der Menschen ausgelegt", warnt Ehret.