Südkurier: 08.05.2004 06:07
Wer wird neuer Chef am Hegau?
Spannendes Duell um die Stelle des Schulleiters am Singener
Traditionsgymnasium
Nur noch bis zum Ende des laufenden
Schuljahres ist der derzeitige Leiter des Hegau-Gymnasiums,
Hanns-Rainer Butz, im Amt. Zur Zeit werden die Karten neu gemischt, in
geheimer Wahl und doch mit einem hintergründigen Rumoren.
Singen
VON GUDRUN TRAUTMANN
Singen - Wird es der Mann aus Stuttgart, der vor seiner jetzigen
Stellvertreterposition an einer deutschen Schule im
südafrikanischen Pretoria Schulleitererfahrungen gesammelt hat,
oder wird es der Mann aus Radolfzell, der sich seit rund zwei
Jahrzehnten am Hegau-Gymnasium engagiert hat? Mit dem Ende dieses
Schuljahres muss die Stelle am Singener Traditionsgymnasium neu besetzt
werden. Das Verfahren ist derzeit in vollem Gange. Am kommenden
Mittwoch entscheidet der Singener Gemeinderat in geheimer Wahl, mit wem
es die Stadt als Schulträger zu tun haben will. Dabei hat der
Gemeinderat nicht das letzte Wort. Deckt sich sein Votum nicht mit dem
der Schulkonferenz und der Empfehlung des Oberschulamtes, so fällt
das Kultusministerium die Entscheidung.
"Ich bin froh, dass wir zwei qualifizierte Bewerber haben", sagt
Oberbürgermeister Andreas Renner auf Anfrage. "Das ist selten bei
der Besetzung von Schulleiterposten." Aber im Hintergrund deutet sich
schon an, dass nicht alle mit dem Ausgang der Wahl zufrieden sein
werden. Zwar will offiziell niemand - auch nicht das Oberschulamt -
dazu Stellung nehmen, weil es sich um ein laufendes Verfahren handelt;
aber aus gut unterrichteten Kreisen ist zu erfahren, dass die
Schulkonferenz einen anderen Kandidaten favorisiert als der
Schulausschuss des Gemeinderates. Die Schulkonferenz, bestehend aus
Lehrern, Eltern und Schülern des Hegau-Gymnasiums hatten sich
für Michael Vollmer entschieden, weil er in den vergangenen
Monaten die gesamte Vorarbeit für das achtjährige Gymnasium
(G8) geleistet und zusammen mit dem Kollegium die Weichen für die
nächsten Jahre gestellt hat. Im Schulausschuss hatte aber offenbar
auch das Argument bestochen, dass der Stuttgarter Berwerber, Uhlig, als
Mann von außen frischen Wind in das Gymnasium bringen
könnte. Bei der Vorstellung vor dem Ausschuss hätten beide
Kandidaten überzeugt, sagte Renner, wenn sie auch sehr
unterschiedlich seien.