Südkurier, 26.10.2005

 Klein oder groß?

CDU-Landtagsabgeordnete Veronika Netzhammer zur Gymnasiums-Frage Singen

Singen - Für die CDU-Fraktionsvorsitzende im Singener Gemeinderat hat der Ausbau des Hegau-Gymnasiums "absolute Priorität". Veronika Netzhammer betont die Zweigleisigkeit: "Das gilt für den Ausbau zur Ganztagesschule wie für die Ausstattung mit den notwendigen Klassenzimmern."

Veronika Netzhammer ist in Singen in ihrer Funktion als Landtagsabgeordnete in Kritik geraten, weil sie sich für ein Gymnasium in Engen stark gemacht hat. Die Politikerin begründet ihr Engagement: "Das Thema Gymnasium beschäftigt die Stadt Engen seit 20 Jahren." Die Ex-Kultusministerin des Landes und neue Bildungsministerin des Bundes, Annette Schavan, habe immer kleine Schulen unterstützt. Deshalb habe sie Annette Schavan auf Engen angesprochen und die Ex-Ministerin sei sofort aufgeschlossen gewesen. Aber jetzt müsse man das Thema in Engen einmal beenden, sagt Netzhammer: "Im März wird es sich entscheiden, ob Engen genügend Schüler für ein Gymnasium aufbringen kann." Für die Eltern gäbe es zwei Alternativen: "Entweder sie wollen das kleine Gymnasium in Engen oder das größere Angebot in Singen."

Keine Frage ist für Veronika Netzhammer, dass das Hegau-Gymnasium zur Ganztagesschule ausgebaut wird. Ministerpräsident Günther Oettinger wolle den bisher leer ausgegangenen Schulen eine neue Zuschussmöglichkeit einräumen. Das von Schavan ausgelobte Windhundverfahren, wer zuerst kommt, malt zuerst, findet Netzhammer im Rückblick "nicht gerecht". Mit einem Baubeginn am Hegau-Gymnasium rechnet sie im Frühjahr.

Georg Becker