Bei dem folgenden Text handelt es sich um den Entwurf eines Schreibens von Frau Klinkebiel-Henke  an Frau Dr. Schavan. Dieser Brief soll in den nächsten Tagen an die Ministerin abgeschickt werden. Schicken Sie einfach Ihre Verbesserungsvorschläge an allgemein@hegaugymi-eltern.de

(BK)


Sehr geehrte Frau Dr. Schavan,

wir möchten uns noch einmal schriftlich bei Ihnen für Ihre Teilnahme an der Podiumsdiskussion am 18.11.03 und Ihr Engagement bedanken.

Nachdem die Podiumsdiskussion nach Ablauf der vorgesehenen Zeit, wie geplant, beendet wurde und es aus Zeitgründen nicht mehr möglich war, ein Resümee zu ziehen, möchten wir uns noch einmal schriftlich an Sie wenden.

Durch die allgemeinen Erörterungen ist es uns leider doch nicht gelungen, konkrete Verbleibe zu erzielen. Das aber war unser Ziel. Unsere Singener Probleme bleiben ungelöst.

Wir möchten Sie herzlich bitten, sich doch noch einmal die Zeit zu nehmen und uns in folgenden Fragen zu helfen:

1. Weisen Sie tatsächlich konkret die Schulen an, den Klassenteiler 33 auch bei unzureichenden räumlichen Vorgaben durchzuführen? In Singen gibt es allein im Hegau-Gymnasium in den Klassen 5-10 insgesamt 13 Klassen mit mehr als 30 Schülern, jedoch nur 5 (!)Räume für entsprechend große Schülerzahlen.

Neben der räumlichen Enge ist auch die Akustik durch die vorgegebene Architektur nachgewiesenermaßen sehr schlecht: der Schall wird mehrfach gebrochen und dadurch ist der Streulärmpegel deutlich erhöht, die Verständlichkeit jedoch herabgesetzt.

Wir erinnern Sie daran, dass OB Herr Renner mitgeteilt hat, dass die Schülerzahlen in Singen entgegen dem Landestrend in den nächsten Jahren noch steigen werden.

2. Es gibt keine freien Valenzen in unserer Stadt für Krankheitsvertretungen. Ausfallstunden können nur ausnahmsweise intern aufgefangen werden („Beaufsichtigung“ ist keine Vertretung!)

Hier nur 1 Beispiel:

Die Schüler der Johann-Peter-Hebel-Schule Klasse 7 haben seit Schuljahresbeginn keinen Englisch-Unterricht, die Schüler der Klasse 8 nur die Hälfte der vorgesehenen Stunden, weil die Lehrerin seit langem erkrankt ist.

Der Zusatzunterricht zur Vorbereitung auf 9+1 kann nicht gewährt werden. Die Hauptschüler haben somit schlechtere Chancen, das Leistungssoll zu erreichen.

Ihrer Aussage, dass die Schulen selbstverständlich die Möglichkeit haben, Deputatstunden flexibel zu handhaben, wenn dies sinnvoll ist, steht die Weisung des Oberschulamtes entgegen, sich strikt an die Vorgaben zu halten!

3. Gibt das Kultusministerium Oberschulämtern in Zusammenarbeit mit den Schulleitern Möglichkeiten, Lehrer, die nachgewiesenermaßen unfähig sind zu unterrichten, anderweitig zu beschäftigen (z. B. mit Verwaltungstätigkeiten)? In Anbetracht auf von Ihnen berechtigterweise zitierten Amtseid ist es eine legitime Forderung, bei knappem Budget die Arbeitsplätze mit fachkompetentem Personal zu besetzen.

Wir Eltern erwarten, dass die Kinder in den Schulen wirklich Wissen und Fähigkeiten vermittelt bekommen. Teilweise werden über mehrere Jahre(!) Lerninhalte von Fächern nicht vermittelt. Die Lehrkräfte, die als „Wanderpokale“ von Schule zu Schule weitergereicht werden, sind eine enorme Belastung für alle, zudem sind sie es, die das Ansehen und den Ruf von Schulen unterminieren!

4. In jedem neuen Schuljahr werden die Schulen über einen Teil der neu zugewiesenen Lehrkräfte zu spät informiert. Das hat zur Folge, dass der Stundenplan zu Schuljahresbeginn nicht fertig gestellt ist und der Unterricht in verschiedenen Fächern immer erst verzögert beginnt.

Wie kann dieser organisatorische Mangel abgeschafft werden? Ist es richtig, dass auf diese Weise subsummiert etliche Monate Gehälter gespart werden sollen?

Wir bitten Sie herzlich, unsere Fragen auch in Anbetracht Ihrer sicher sehr knapp bemessenen Zeit zu beantworten.

Die Eltern der Stadt Singen warten dringend auf diese Antworten, die während der sehr ins Allgemeine umgeleiteten Podiumsdiskussion leider nicht deutlich genug beantwortet wurden.