Weniger Schüler, verstopfte Klassen

(Bernd Klein, 19. März 2005)

Die offiziellen Zahlen für die Anmeldungen an den Gymnasien sind seit letzten Donnerstag bekannt:


Anmeldungen in Zahlen

Gymnasium AnmeldungenKlassen
Klassenstärke (max.)
Friedrich-Wöhler-Gymnasium 152 5 31
Hegau-Gymnasium 129 4 33
Engen 35 2 18
Insgesamt 316 11

Schülerzahlen Diagramm



Klassenstärke Diagramm




Südkurier, 19.03.2005

35 ist nicht viel

Singen
VON JACQUELINE WEISS
Gymnasien
Gerade mal 35 Schüler sind für das neue Gymnasium in Engen angemeldet. Da darf man sich schon fragen, ob sich der Aufwand lohnt. Die Voraussagen von steigenden Schülerzahlen an den Gymnasien haben sich vorerst nicht bewahrheitet und das Regierungspräsidium hat mit seinen Prognosen von der Zehnzügigkeit recht behalten. Warum haben sich nicht mehr Schüler für Engen angemeldet, wo doch angeblich das Potential für mindestens zwei Klassen da ist? Vielleicht ist es den Eltern mit Engen zu schnell gegangen und vielleicht hätte man das Gymnasium dort nicht so übers Knie brechen sollen. Tatsache ist, dass die Eltern das besondere Angebot an den beiden Singener Gymnasien schätzen. Andererseits kommt mit dem G8 eine große zeitliche Belastung auf die Kinder zu, die viele Eltern fürchten.






19.03.2005 04:56

Weniger Schüler als erwartet

281 Anmeldungen gibt es für die Gymnasien in Singen und 35 für Engen

Am Donnerstag endete die Meldefrist für die beiden Singener und das neue Engener Gymnasium. Nach Aussagen der Schulleiter sind für das Friedrich-Wöhler-Gymnasium 152, für das Hegau-Gymnasium 129 Schüler und für das neue Engener Gymnasium 35 Kinder gemeldet. Für Engen sind zwei Klassen vorgesehen, die es aber laut Aussage des Regierungspräsidiums erst ab 50 Schüler gibt. Singen
VON GREGOR MOSER UND JACQUELINE WEISS

Singen - Am FriWö sind für das kommende Schuljahr 152 Schüler gemeldet. Laut Schulleiter Dieter Forster starten 61 dieser Kinder mit dem Zug "Englisch-bilingual". Über einen verstärkten Sprachunterricht hinaus werde darin der Unterricht in Erdkunde, Biologie, Geschichte und Gemeinschaftskunde ab der siebten Klasse stufenweise in Englisch unterrichtet. Nach den Sommerferien gebe es am FriWö somit zwei bilinguale und drei normale Klassenverbände. Der Klassenteiler für Gymnasien liege bei 33 Schülern

Für das neue Engener Gymnasium, für das Schulleiter Forster ebenfalls verantwortlich zeichnet, seien 35 Kinder angemeldet worden. "Die Kinder aus Engen und Tengen haben sich für Engen entschieden, sonst wären sie bei mir mit auf der Liste", sagt Forster dazu. Für die bilingualen Klassen kämen drei Schüler aus Engen, einer aus Tengen und fünf aus Mühlhausen-Ehingen. In den regulären fünften Klassen seien zwei Kinder aus Welschingen und vier aus Mühlhausen-Ehingen. "Von den Sechs haben fünf schon Geschwisterkinder bei uns am Friedrich-Wöhler-Gymnasium", erläutert Forster deren Wahl.

Im Vergleich zum Vorjahr mit sieben Klassen und 181 Neuanmeldungen, sei die Schülerzahl rückläufig. "Von den 35 Kindern aus Engen wäre sicher ein großer Teil nach Singen gegangen", meint Forster.

Am Hegau-Gymnasium in Singen gibt es 129 Anmeldungen für die fünfte Klasse. Da der Klassenteiler bei 33 Schülern liegt, ergibt das vier Klassen - drei mit je 32 und eine mit 33 Schülern. "Für uns gibt es keine Entlastung", sagte Andreas Uhlig, Schulleiter am Hegau-Gymnasium. Für Singen und Engen gemeinsam ergebe sich dann mit nur einer Klasse in Engen eine Zehnzügigkeit und nicht wie vorhergesagt eine Elf- oder gar Zwölfzügigkeit. "Die Vorhersagen haben sich nicht bewahrheitet", erklärte Uhlig. Den Grund dafür, dass viele Eltern ihre Kinder lieber auf die Realschule schicken, sieht Uhlig im G8. "Viele Eltern wollen ihre Kinder nicht dem Stress aussetzen", sagte der Schulleiter. In der Realschule hätten die Kinder nicht so oft nachmittags Unterricht und könnten bei Bedarf das Abitur im Anschluss machen. Uhlig wäre es lieber gewesen, wenn nur drei Klassen oder vier Klassen mit weniger Schülern zustande gekommen wären. Die beengten Verhältnisse im Hegau seien für die Schüler und Lehrer in großen Klassen belastend.

Es könne aber nicht sein, dass es in Engen mit 35 Schülern zwei Klassen mit 17 und 18 Schülern gebe und in Singen betragen die Klassenstärken 32 Schüler. Bei den Schülerströmen aus den Umlandgemeinden habe es keine große Veränderung gegeben. Aus dem Einzugsgebiet des neuen Gymnasiums in Engen kommen acht Schüler, vier davon haben sich für den bilingualen Zug Französisch entschieden. Es könnte sein, dass sich noch einige wenige Schüler nachmelden, aber mit großen Veränderungen sei nicht mehr zu rechnen. Uhlig hofft, dass die Zusagen für die Zuschüsse für die Räumlichkeiten zum G8 und den zusätzlichen Klassenräumen kommen.