Südkurier, 03.07.2006

Jetzt ab in die Selbstständigkeit

74 Abiturienten am Hegau-Gymnasium verabschiedet - Karin Borgmeyer ist die Beste

von Susanne Gehrmann-Röhm

Nach bestandenem Abitur beginnt für (von links) Nina Braunstein, Sandra Schneiderhan, Cornelia Herrmann, Marcel Gültig, Christoph Wessendorf, Denise Salewski (alle mit Abi-Bac, im Bild fehlt die siebte Abi-Bac-Absolventin Saskia Graf) sowie Karin Borgmeyer (Durchschnitt 1,0) ein neuer Lebensabschnitt.Das ist ungewöhnlich: Erst nach dem Fußballkrimi überreichte der Schulleiter des Hegau-Gymnasiums, Andreas Uhlig, am Freitagabend 74 Abiturienten das Reifezeugnis. 28 Schülerinnen und Schüler haben einen Notendurchschnitt mit einer Eins vor dem Komma, Karin Borgmeyer wurde mit 1,0 Jahrgangsbeste. Sieben Schüler haben gleichzeitig das Französische Abi-Bac.

"Wenn einer, der mit Mühe kaum geklettert ist auf einen Baum, schon denkt, dass er ein Vöglein wär, so irrt sich der" - mit diesem Zitat von Wilhelm Busch begann Schulleiter Andreas Uhlig seine Ansprache. "Sie sind auf einen Baum gekrochen und auf den ersten grünen Zweigen angekommen. Nutzen Sie die Fähigkeiten und Fertigkeiten und starten Sie einen Höhenflug" so der Rat von Uhlig an seine 74 Abiturienten. Bei einem Gesamtdurchschnitt von 2,1 hatte ein Drittel der Abiturienten einen Durchschnitt mit einer Eins vor dem Komma erzielt.

Es sei für ihr späteres Leben einigermaßen unwichtig, ob sie wissen, welche Aufgaben eine endoplasmatisches Reticulum oder Mitochondrien in der Zelle haben. Was die Schule heute vermitteln müsse, seien "Schlüsselqualifikationen und Kompetenzen, die es erlauben, selbständig, kritisch und effizient ein bestimmtes Wissen zu erarbeiten", sagte Uhlig. Die globalen Probleme lägen irgendwo da draußen. Er hoffe, dass die Schulabgänger Möglichkeiten einschätzen können, kreative Ideen entwickeln können und sie vor allem davor behüten werde, dass sie auf dem harten Boden der Tatsachen unsanft landen. OB Oliver Ehret riet den Schülern, sich ihre Flexibilität und jugendliche Neugier zu bewahren, den eigenen Weg zu suchen und die Kräfte zu bündeln.

In ihrer launigen Abirede ließen Cornelia Herrmann und Fabian Schür die neun Schuljahre am Gymnasium Revue passieren und erinnerten an eine Reihe von Anekdoten. Besonders in den letzten beiden Jahren sei die Stufe durch den Wegfall der Klassenverbände zu einem "nie gekannten Zusammenhalt mit großem Teamgeist" zusammengewachsen. Sie dankten dabei all denen, die sie auf dem Weg begleitet hatten. Christoph Beck und Frederick Laub überreichten Geschenke an Schulleiter Andreas Uhlig, die Oberstufenberaterinnen Gabriele Haunz und Gabriele Freienstein, Michael Vollmer, Hausmeister Herbert Stehle und die Sekretärin Barbara Hiller. Schülersprecherin Lara Schmalohr dankte zwölf Schülern, die sich besonders in der SMV engagiert hatten.