Bedarf bleibt unerkannt
VON JACQUELINE WEISSVertreter des Kultusministeriums und des Regierungspräsidiums waren gestern zu Gast im Hegau-Gymnasium, um sich über die Raumsituation zu informieren. Dabei wurde deutlich: Die Entscheidung für Engen ist noch nicht gefallen, der Bedarf an zusätzlichen Räumen für das Hegau-Gymnasium ist bisher nicht anerkannt und die Zuschüsse für den Ganztagesbetrieb wurden zu spät beantragt.
508 Schulen in Baden-Württemberg haben einen Antrag auf Erweiterung für den Ganztagesbetrieb gestellt, 158 bekommen die Zuschüsse, das Hegau-Gymnasium steht auf Platz 358. Alle Schulen, die nach Platz 158 kommen, haben das G8, aber nicht die Zuschüsse für die entsprechenden Räumlichkeiten. Angesichts der Enge speziell in sieben Klassenzimmern im Hegau-Gymnasium werde anhand der Schülerzahlen geprüft, ob es hier Bedarf für eine Erweiterung oder eine andere räumliche Lösung gibt. Außerdem wurden die Kellerräume auf ihre Tauglichkeit als Aufenthaltsräume hin angeschaut. Eines stellten die Vertreter aus Stuttgart und Freiburg klar: Eine definitive Entscheidung für Engen ist noch nicht gefallen. "Sollte Engen nicht kommen, müssen 35 Schüler in Singen untergebracht werden", sagte Andreas Uhlig, Schulleiter des Hegau-Gymnasiums. Dann werde es im wahrsten Sinne eng. Für den Schulleiter war die Erkenntnis gestern bitter, dass das Hegau-Gymnasium seinen Antrag auf Erweiterung für den Ganztagesbetrieb vor seiner Zeit nicht und damit schlicht zu spät gestellt hat. Eine Landesförderung zum Ausbau für die sieben zu kleinen Klassenzimmer hält Uhlig für reell.
Oberbürgermeister Andreas Renner, der beim Ortstermin dabei war, sieht den Ausbau noch nicht vom Tisch. Problematisch sei, dass das Hegau-Gymnasium mit seiner Viereinhalbzügigkeit bei der Raumanforderung dazwischen liege. Es gebe aber im Hinblick auf die Tittisbühlschule als Grundschule eine neue Argumentation. Falle die Tittisbühlschule für das Hegau-Gymnasium weg, gebe es kein Argument mehr gegen eine Erweiterung. Der Bedarf für eine Grundschule in der Innenstadt sei vorhanden. Dieses neue Argument müsse geprüft werden und werde seiner Meinung nach Bewegung in die Diskussion bringen.