Südkurier, 12.02.2005
Zusammenstehen
VON JACQUELINE WEISSManchmal wünscht man sich, dass diejenigen, die in Freiburg oder Stuttgart sitzen und die Entscheidung getroffen haben, den Ausbau am Hegau-Gymnasium nicht zu genehmigen, zu den Schülern, Lehrern und Eltern gehen, ihnen in die Augen schauen und sagen: "Wir werden den Ausbau nicht machen." Sie könnten es nicht. Es genügt ein kurzer Blick auf den Schulbetrieb im Hegau-Gymnasium, um zu sehen, dass es so nicht weitergeht. Die Schule platzt aus allen Nähten und nicht nur sie, am Friedrich-Wöhler-Gymnasium sieht es nicht besser aus. Die Entscheidung ist und bleibt unverständlich.
Wer oder was dafür verantwortlich ist, werden die Betroffenen wohl nie erfahren. Wichtig ist, dass die Menschen im Hegau nicht nur in der Frage einer guten Bildung für ihre Kinder zusammenstehen. Diese Solidarität haben die Teilnehmer und Besucher der Podiumsdiskussion im Hegau-Gymnasium gezeigt. Es kann nicht sein, dass man sich hier über eine nicht nachvollziehbare Entscheidung entzweit und Engen den schwarzen Peter zuschiebt. Engen hat das Recht, ein Gymnasium einzurichten und es ist zum Wohl der Region, wenn es ein weiteres Bildungsangebot gibt. Unabhängig davon braucht das Hegau-Gymnasium den Ausbau und dafür müssen alle Verantwortlichen jetzt vehement eintreten. Egal wie die Sache ausgeht, "ein schlechter Nachgeschmack", wie es Lehrer Michael Vollmer treffend ausgedrückt hat, bleibt.