Engener Gymnasium wackelt
Kultusministerium: Endgültige Entscheidung noch nicht gefallen
Die endgültige Entscheidung über die Einrichtung des Engener Gymnasiums ist noch nicht gefallen. Kultusministerium und Oberschulamt bestätigten dies gestern auf Anfrage des SÜDKURIER. Zweifel in Sachen Engener Gymnasium wurden auch bei einem Besuch von Kultusministerium und Regierungspräsidium im Singener Hegaugymnasium geäußert.VON ALBERT BITTLINGMAIER
Engen - "Wir sind noch mitten in Gesprächen", sagte gestern Elmar König, Pressesprecher des baden-württembergischen Kultusministeriums in Stuttgart, auf Anfrage des SÜDKURIER. Es sei noch völlig offen, ob Engen ein Gymnasium erhalte oder nicht. Genaueres könne man in etwa zwei Wochen sagen. Ein Schwachpunkt sei die geringe Zahl von 35 Anmeldungen. "Dies war für uns schon enttäuschend", räumte gestern auch Alexander Sutor vom Regierungspräsidium Freiburg ein. Er hatte an der Besichtigung in Singen, wo es um den geplanten Ausbau des Hegau-Gymnasiums ging, teilgenommen. Sutor machte auch klar, dass Singen und Engen in einem Zusammenhang gesehen werden müssten. Die Zusage der Ministerin für ein Engener Gymnasium sei noch keine Genehmigung, sondern eine Empfehlung für eine solche Einrichtung. Und sie sei an die Bedingung gekoppelt, dass Engen ein gutes Konzept für ein zweizügiges Gymnasium aufstelle. Während die Engener fieberhaft an diesem Konzept arbeiten, ist es aber offensichtlich, dass die geringe Zahl von 35 Anmeldungen die Zweizügigkeit gefährdet und damit das ganze Projekt Engener Gymnasium ins Wanken gerät. Für den Engener Bürgermeister Johannes Moser ist immer noch die Zusage der Ministerin die Maßgabe für alle Planungen, die weiter in Richtung Engener Gymnasium laufen. "Die Eltern sollten sich nicht verunsichern lassen", betont Johannes Moser. Es werde jetzt versucht, durch das gute Konzept der hohen Durchlässigkeit - Vernetzung der Schulen - Eltern zu bewegen, ihr Kind doch statt für die Realschule bei entsprechender Empfehlung für das Gymnasium anzumelden, so der Engener Bürgermeister. Die Anmeldungen würden auch für die Singener Gymnasien gelten, wenn in Engen eine solche Einrichtung nicht zustande komme, so Moser. Davon gehe er aber nicht aus. "Das Gymnasium Engen kommt", war CDU-Fraktionssprecher Jürgen Waldschütz gestern Mittag fest überzeugt. Es gebe auch eine mündliche Zusage des Regierungspräsidiums Freiburg für die Einrichtung einer Zweizügigkeit und für einen 1500 Quadratmeter großen Anbau eines Gymnasiums im Engener Bildungszentrum.